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"Glänzende Zeugnisse des Glaubens"                              Das evangelische Patronatssilber Hessens

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Referenzen

Referenz 1: ...WERRA-RUNDSCHAU vom 21. März 2014

 

Referenz 2: ...Neues aus dem Kirchenkreis Eschwege:   Di 18.03.2014

 

Referenz 3: ...blick in die kirche | FÜR MITARBEITENDE | 5–2014   Seite 19

Referenz 4: ...HNA - Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 2. August 2014

 

Referenz 5: ...Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde 119 (ZHG) 2014

 

 

WERRA-RUNDSCHAU vom 21. März 2014 WERRA-RUNDSCHAU vom 21. März 2014

Neues aus dem Kirchenkreis Eschwege:   Di 18.03.2014

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck Kirchenkreis Eschwege

Aktuelles aus den Gemeinden


Stolz präsentiert Otto von Boyneburgk, derzeitiger Patron der Evangelischen Kirchengemeinde Wichmannshausen, einen wertvollen Abendmahlskelch. Er wurde von Henriette Caroline Friederike, geborene Reichsgräfin von Wartensleben, der Ehefrau seines Vorfahren Johann Christoph von Boyneburgk, im Jahr 1753 der Kirchengemeinde Wichmannshausen gestiftet und ist dort bis heute im Gebrauch. Wie so viele andere wertvolle Abendmahls- und Taufgeräte aus den evangelischen Kirchen des Kirchenkreises Eschwege und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die der Kunsthistoriker Dr. Dr. Reiner Neuhaus in einem neuen Buch vorgestellt. 

Patron Otto von Boyneburgk (links) mit Pfarrer Tim Mahle (Wichmannshausen) und dem Autor Dr. Dr. Reiner Neuhaus Patron Otto von Boyneburgk (links) mit Pfarrer Tim Mahle (Wichmannshausen) und dem Autor Dr. Dr. Reiner Neuhaus

In sechsjähriger Arbeit hat er viele Gemeinden in der ganzen Landeskirche besucht. Dabei stieß er auf viele wertvolle Abendmahls- und Taufgeräte, die im Laufe von sechs Jahrhunderten von adligen Patronen für ihre Gemeinden gestiftet wurden. Diese "vasa sacra" wurden von ihm eingehend beschrieben, kunsthistorisch eingeordnet und hochwertig fotografiert. Das Buch enthält darüber hinaus auch eingehende Informationen über die Stifterfamilien und über die beteiligten Goldschmiede sowie einen Beitrag über die Geschichte des Patronatswesens von Dr. Martin Arnold.
Arnold, zugleich Dekan des Kirchenkreises Eschwege, dankte Reiner Neuhaus für seine Untersuchung, die eindrücklich zeige, dass ein guter Teil der Abendmahls- und Taufgeräte auf Stiftungen durch Patronatsfamilien zurückgehe. Das Patronat sei im Kirchenkreis und in der Landeskirche nach wie vor lebendig. Er dankte auch den Familien von Boyneburgk (Wichmannshausen), Roeder zu Diersburg (Völkershausen), von Eschwege (Oetmannshausen) und Herrn Thomas Ganske (Holzhausen), die aktuell ein Kirchenpatronat im Kirchenkreis Eschwege innehaben.
Das Buch ist erschienen unter dem Titel "Glänzende Zeugnisse des Glaubens" und enthält ein Geleitwort von Bischof Prof. Dr. Martin Hein. Es umfasst 368 Seiten und kostet im Buchhandel 70,- € (ISBN 978-3-00-043411-2) und ist zu beziehen über Email: DrDrR.Neuhaus@t-online.de.
Dekan Dr. Martin Arnold


blick in die kirche | FÜR MITARBEITENDE | 5–2014   Seite 19

 

Glänzende Zeugnisse des Glaubens


Reiner Neuhaus legt ein gewichtiges Werk über das Kirchensilber in Kurhessen-Waldeck vor, das von adligen Patronen gestiftet wurde. Gold- und Silberschmiedearbeiten nehmen als „Vasa Sacra“, also Heilige Gefäße, eine zentrale Funktion im gottesdienstlichen Geschehen ein. In vielen Kirchengemeinden haben sich umfangreiche Bestände aus den letzten Jahrhunderten erhalten. Dieser Bestand an Kelchen, Patenen, Brottellern, Hostiendosen, Ciborien und Kannen stellt oft den wichtigsten Besitz, den sogenannten Kirchenschatz dar. Darunter finden sich nicht selten Werke von höchstem kunsthistorischen Wert.

Dr. Dr. Reiner Neuhaus, ausgewiesener Kenner der Goldschmiedekunst, hat mit seinem großformatigen und „gewichtigen“ Buch nicht nur eine empfindliche Wissenslücke geschlossen, seine Publikation bereitet dem Leser aufgrund des ansprechenden Layouts und der hervorragenden Qualität der über 300 Fotos auch ein ästhetisch-sinnliches Vergnügen.
„Die glänzenden Zeugnisse des Glaubens“ zeigen mit rund 140 Objekten dasjenige Kirchensilber Kurhessen-Waldecks, das von adligen Patronen über Jahrhunderte den ihnen zugehörigen Kirchen gestiftet wurde: Abendmahlskelche und -kannen, Patene und Brotteller, Hostiendosen und Kelchlöffel, Taufschalen und -kannen.
Der Begriff des „Patronats“ bezeichnet die bis ins hohe Mittelalter zurückzuverfolgenden Rechte und Pflichten des landsässigen Adels, die ursprünglich meist von ihm gestifteten Kirchen zu erhalten und auszustatten. Zu dieser Ausstattung gehörte auch das „Altargerät“. Auch wenn die Befugnisse und Pflichten dieser Patronate
im 20. Jahrhundert durch gesetzliche Regelungen stark eingeschränkt wurden, existieren bis heute noch 40 Privatpatronate auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (vgl. Beitrag von Dekan Martin Arnold).
Reiner Neuhaus konnte zwar bei der Erfassung dieser „Vasa sacra“ auf gewisse Vorarbeiten seitens der Landeskirche zurückgreifen, hat aber sämtliche Objekte selbst in Augenschein genommen, vermessen, fotografiert und auf fachlich fundierte Weise beschrieben. In der Einleitung werden die historische Situation,
die einschneidenden Veränderungen durch die Reformation mit ihren kultischen Auswirkungen auf das Altargerät, Fragen des kostbaren Materials, der Gestaltung durch die Goldschmiede und besonders natürlich die Umstände der Stifter und ihrer Stiftungen dargestellt. Der Katalogteil, geht dann auf den konkreten Einzelfall ein und illustriert dies eindrucksvoll. Schon beim Durchblättern lässt sich der Wandel der Gefäßformen verfolgen, angefangen bei mittelalterlichen, nur vom Priester gebrauchten Kelch zum „Laienkelch“ nach der unter Philipp dem Großmütigen ab 1526 eingeführten Reformation. Nun musste der Abenmahlskelch mit einer größeren „Kuppa“ ausgestattet sein, um alle Gemeindemitglieder daraus trinken zu lassen. Ähnliches gilt auch für die „Patene“, die sich nach der Einführung des reformierten Bekenntnisses unter Moritz dem Gelehrten (ab 1605) zu größeren Brottellern wandelten. Unter dem Einfluss der technisch besonders versierten hugenottischen Goldschmiede, die in die Landgrafschaft Hessen-Kassel einwanderten, arbeiteten Kasseler Goldschmiede Gefäße, die sich gegenüber denen anderer Goldschmiedezentren durch eine formschöne Schlichtheit und durch ihren Verzicht auf Dekor und bildliche Darstellungen auszeichneten.
Das Buch ist nicht nur ein Kompendium über die Goldschmiedekunst der Region, sondern auch ein Kompendium des in Hessen lebenden landsässigen Adels, der zum größten Teil der „Althessischen Ritterschaft“ angehört.
Das Anliegen des Autors, das Kirchensilber wieder aufmerksamer zu schätzen und zu pflegen, ihm seine Symbolik und Würde zurückzugeben, wird sich mit der Lektüre des Buches sicherlich erfüllen.
Dr. Vera Leuschner


HNA - Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 2. August 2014 Patronat der Herren von Boyneburgk: Kelch aus Straßburg (1753) in Wichmannshausen.

HNA - Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 2. August 2014:
 

Kostbare Geräte

Das evangelische Patronatssilber in Hessen


Es ist eine faszinierende Fleißarbeit, die Reiner Neuhaus in fünf Jahren vollbracht hat. Der Kardiologe, ehemals Leiter einer Rehabilitationsklink, der im Jahr 2000 auch als Kunsthistoriker promoviert wurde, hat eine umfassende Übersicht des evangelischen Patronatssilbers vorgelegt – also silberner Abendmahls- und Taufgeräte vom 14. bis zum 20. Jahrhundert mit Abbildung der jeweiligen Goldschmiedemarken. Allein 125 ganzseitige Abbildungen umfasst sein voluminöses Werk.
Patronatssilber meint Kelch, Patene (Schale) und Kanne für Taufe und Abendmahl, die Patronatsfamilien für die Kirche ihrer Orte gestiftet haben. 40 solcher Patronate, von meist adeligen 28 Familien wahrgenommen, gibt es noch. Martin Arnold erläutert in einem Aufsatz ihre Herkunft aus dem Mittelalter und ihre Tradition.
Neuhaus will zeigen, dass sich jenseits der Städte „eine unerwartet große, zum Teil bedeutende Menge kirchlicher Goldschmiedearbeiten" erhalten hat, für ihre Symbolik, Würde wie ihren Erhalt werben. Ihrem Wert fühlen sich auch heute viele Patrone verpflichtet – Die Drucklegung hat neben der Kirche von Kurhessen-Waldeck die Althessische Ritterschaft ermöglicht. (vbs)

Reiner Neuhaus: Glänzende Zeugnisse des Glaubens.

Das evangelische Patronatssilber Hessens. 368 S., 70 Euro, Wertung: ****(*), im Buchhandel und über den Autor: DrDrR.Neuhaus@t-online.de, www.silber-kunst-hessen.de



Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde
119 (ZHG) 2014

Reiner Neuhaus: Glänzende Zeugnisse des Glaubens. Das Evangelische Patronatssilber Hessens. Mit einem Vorwort von Bischof Martin Hein und einem Beitrag von Dekan Martin Arnold, Frankfurt am Main: Eigenverlag des Autors 2014, 368 S., über 300 farb. Abb., ISBN 978-3-00-043411-2,  EUR 70,00, Bezug über DrDrR.Neuhaus@t-online.de oder die Internetseite www.silber-kunst-hessen.de


    Reiner Neuhaus, bekannter Kardiologe, Kunstwissenschaftler und ausgewiesener Kenner der Goldschmiedekunst, – erinnert sei an Ausstellung und Katalog »Kasseler Silbevon 1998 in Zusammenarbeit mit Ekkehard Schmidberger – hat mit seinem großformatigen und ›gewichtigen‹ Buch nicht nur eine empfindliche Wissenslücke geschlossen, seine Publikation bereitet dem Leser aufgrund des ansprechenden Layouts und der hervorragenden Qualität der über 300 Fotos auch ein ästhetisch-sinnliches Vergnügen. »Die glänzenden Zeugnisse des Glaubens« zeigen mit rund 140 Objekten dasjenige Kirchensilber Hessens, das von adligen Patronen über Jahrhunderte den ihnen zugehörigen Kirchen gestiftet wurde: Abendmahlskelche und -kannen, Patene und Brotteller, Hostiendosen und Kelchlöffel, sowie Taufschalen und -kannen.

Der Begriff des »Patronats« bezeichnet die bis ins hohe Mittelalter zurückzuverfolgenden Rechte und Pflichten des landsässigen, d. h. auf seinen Besitzungen lebenden Adels, die ursprünglich meist von ihm gestifteten Kirchen (Eigenkirchenwesen) zu erhalten und auszustatten. Zu dieser Ausstattung gehörte eben auch das »Altargerät«. Auch wenn die Befugnisse und Pflichten dieser Patronate im 20. Jahrhundert durch gesetzliche Regelungen (1925, 1960) stark eingeschränkt wurden, existieren bis heute noch 40 Privatpatronate auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen und Waldeck (EKKW)(vgl. Beitrag von Martin Arnold).

Reiner Neuhaus konnte bei der Erfassung dieser »Vasa sacra« nur auf geringe Vorarbeiten zurückgreifen. Wurde in den älteren Publikationen der »Bau- und Kunstdenkmäler Hessens« das Kirchensilber meist noch erwähnt und abgebildet, dann im »Dehio« (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Band Hessen, 2. Aufl. 1982) noch häufig auf das Kirchensilber hingewiesen, so verzichtete man in der Neuauflage von 2008 zugunsten einer geplanten Inventarisierung seitens der Landeskirchen gänzlich darauf. Unter diesen Umständen hat Neuhaus sämtliche, das Thema betreffende Objekte selbst in Augenschein genommen, vermessen, fotografiert und auf fachlich fundierte Weise beschrieben.

In der Einleitung (100 S.) werden die historische Situation, die einschneidenden Veränderungen durch die Reformation mit ihren kultischen Auswirkungen auf das Altargerät, Fragen des kostbaren Materials, der Gestaltung durch die Goldschmiede und besonders na- türlich die Umstände der Stifter und ihrer Stiftungen dargestellt.

Der Katalogteil, der innerhalb der Kategorien »Bestehende Patronate«, »Aufgegebene Patronate«, »Interimistische Patronate« und »Erloschene Patronate« alphabetisch nach den Namen der Stifterfamilien gegliedert ist, geht dann auf den konkreten Einzelfall ein und illustriert dies in großzügiger Weise. So werden nicht selten neben den Gefäßen Detailaufnahmen von Ornamenten und Inschriften gezeigt oder Porträts und Wappen der Stifter nebst exakten biografischen Angaben (Ein besonders schönes Beispiel S. 166/167: Kelch und Patene von Johann Conrad Wiskemann, 1738, gestiftet von August Carl von der Malsburg für Gut Escheberg bei Zierenberg).

Schon beim Durchblättern lässt sich der Wandel der Gefäßformen verfolgen, angefangen beim mittelalterlichen, nur vom Priester gebrauchten Kelch zum Laienkelch nach der unter Philipp dem Großmütigen ab 1526 eingeführten Reformation. Seither musste der Abendmahlskelch mit einer größeren Kuppa ausgestattet sein, um alle Gemeindemitglieder daraus trinken zu lassen. Ähnliches gilt auch für die Patene, die sich nach der Einführung des reformierten Bekenntnisses unter Moritz dem Gelehrten (ab 1605) zu größeren Brottellern wandelten. Unter dem Einfluss der technisch besonders versierten hugenottischen Goldschmiede, die in die Landgrafschaft Hessen-Kassel einwanderten, arbeiteten Kasseler Goldschmiede Gefäße, die sich gegenüber denen anderer Goldschmiedezentren (z. B. Augsburg, vgl. S. 202, Kat. Nr. 23 Id und Ie: Kelch von Johann Haltenwanger von 1698 und Abendmahlskanne von Simon Wickert von 1708) durch eine formschöne Schlichtheit und durch ihren Verzicht auf Dekor und bildliche Darstellungen auszeichneten.

Der erwähnte Katalog wird noch ergänzt durch einen »Technischen Katalog«, in dem nicht nur sämtliche Beschau- und Meisterzeichen abgebildet werden, sondern auch alle wünschenswerten Daten zum Gefäß und seinem Schöpfer erfasst und kommentiert sind.

So wird das Buch nicht nur zu einem Kompendium über die Goldschmiedekunst der Region sondern auch ein Nachschlagewerk des in Hessen lebenden landsässigen Adels, der zum größten Teil der Althessischen Ritterschaft angehört.

Hin und wider wünschte man sich eine Landkarte, in der die kleinen Gemeinden und Landsitze der Adelsfamilien (bzw. – im Falle der Veräußerung ihres Besitzes – deren neue, mitunter bürgerliche Eigentümer) eingezeichnet wären. Aber aus leicht einsehbaren Gründen musste darauf verzichtet werden.

Das Anliegen des Autors, das Kirchensilber wieder aufmerksamer zu schätzen und zu pflegen, ihm seine Symbolik und Würde zurückzugeben, wird sich mit der Lekre des Buches sicherlich erfüllen. Es wäre jetzt zu wünschen, dass bald eine ergänzende Publikation über das Kirchensilber Hessens erschiene, das in den Gemeinden ohne Patronate vorhanden ist. Auch hierzu hat der Autor schon umfassende Vorarbeiten geleistet.

Zierenberg                                                                                  Vera Leuschner

 

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© Dr. Dr. Reiner Neuhaus